aktualisiert: 16.02.2008

 

 

 

 

zu Digitalkameras:

 

 

In vielen Werbungen über Digitalkameras wird der überaus "leistungsstarke" Zoom beworben. Doch wird selten, wenn nur im Kleingedruckten, darauf hingewiesen, dass es sich z.B. um einen 3-fach optischen und 4-fach digitalen Zoom handelt. Viel besser hört sich hier ein 12-fach Zoom an. Doch worin besteht nun eigentlich der Unterschied zwischen diesen Zoomarten?

 

Ein optischer Zoom arbeitet genauso wie die verschiedenen Teleobjektive der herkömmlichen Spiegelreflexkameras. Sie vergrößern den gewünschten Bildausschnitt ohne Qualitätsverlust, außer der Lichtstärke (siehe weiter unten). Ein digitaler Zoom hingegen, "errechnet" sich das Bild und stellt es nur vermeintlich "vergrößernd" dar. Stellen Sie sich ein Stück quadratischen Gummi vor und zerren Sie diesen nun zeitgleich an allen 4 Ecken auseinander. Je weiter Sie ziehen desto poröser wirkt der Gummi - er verliert an Qualität je "größer" er gezogen wird. Die nachfolgenden Bilder sollen dies verdeutlichen:

 

 

Die Aufnahme stammt von einer Fußgängerbrücke auf eine Bundesstraße. Das linke Bild wurde ohne einen Zoom mit 38mm (KB) aufgenommen, das rechte Bild hingegen mit einem 10-fachen optischen Zoom mit 380mm (KB) Brennweite. Wie im rechten Bild zu erkennen, sind die Konturen nach wie vor scharf abgebildet.

 

 

Das rechte Bild stellt eine Ausschnittvergrösserung dar, wie es in etwa ein digitaler Zoom hervorbringt. Die Konturen sind verschwommen und das Bild wirkt pixelig. Es fand hierbei ein deutlich sichtbarer Qualitätsverlust statt.

 

 

Diese Gegenüberstellung der Bilder soll den Unterschied nochmals verdeutlichen.

 

 

 

Fazit: Bei Kauf einer Digitalkamera sollten Sie je nach gewünschtem Einsatzgebiet, ein größeres Augenmerk auf die Angabe bzw. den Wert des optischen Zooms legen.

 

Weiterhin gilt es zusätzliche Werte einer Digitalkamera noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Für einen privat ambitionierten Fotografen reichen 5 Megapixel (MP) völlig aus, wenn man bedenkt, das 3 MP-Bilder bereits in Postergröße von ca. 70 x 50 cm auf das Papier kämen, würde man diese 1:1 bei 72dpi Auflösung ausdrucken.

 

Meines Erachtens nach ist die Qualität des Objektives deutlich mehr zu beachten. Diese Qualität kommt meist in der Angabe der Lichtstärke zum Ausdruck. Die Angabe der Lichtstärke findet sich auf dem Objektiv selbst in Form von   1:3,5 - 5,6   . Je kleiner die Werte nach dem Doppelpunkt sind, desto "lichtdurchlässiger" ist das Objektiv. Dies spielt vor allen Dingen in geschlossenen Räumen bzw. bei nicht so optimalen Lichtverhältnissen eine enorme Rolle wie auch bei der Farbgebung (Natürlichkeit der Farben) der gemachten Bilder.

 

 

Lichtstärke des abgebildeten Objektives 1:3,5 - 5,6

 

3,5 ist der Wert bei Weitwinkelstellung (28mm)

5,6 ist der Wert bei Telestellung (80mm)

 

 

Die Bedeutung dieser Lichtstärke ist ganz simpel. Stellen Sie sich hier nun ein Rohr vor in das Sie zum einen Ende hinein schauen. Jetzt ziehen Sie dieses Rohr immer länger. Am Anfang, wenn dieses noch sehr kurz ist, kommt viel Licht bis zum Ende (Ihrem Auge) durch - es ist lichtstark. Umso länger dieses Rohr jedoch wird, umso weniger Licht kommt an Ihrem Auge an - es wird "lichtschwächer". Dies kann zum Teil kompensiert werden, wenn der Objektivdurchmesser vergrößert wird.

 

Die Lichtstärke wird mit Hilfe der sogenannten Blendenwerte in Verbindung des Objektivdurchmessers ausgedrückt. Die Formel hiezu würde lauten Lichtstärke=(größte wirksame Blendenöffnung / Brennweite)

 

Die Blendenzahlen sind im Einzelnen (gängigster Bereich):

Quelle und weiterführende Informationen: Wikipedia.de

 

1,0

1,1

1,2

1,4

1,6

1,8

2,0

2,2

2,5

2,8

3,3

3,5

4,0

4,5

5,0

5,6

6,3

7,0

8,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9,0

10,0

11,0

12,5

14,0

16,0

18,0

20,0

22,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Ganze Blendenstufen

 

1/3 Blendenstufen (gerundet)

 

 

Eine Blende kann man in etwa mit der Pupille des menschlichen Auges vergleichen. Blendet uns die Sonne, wird die Pupille klein um möglichst wenig Licht "eindringen" zu lassen. Währenddessen bei Dunkelheit die Pupille größer wird um möglichst viel Licht aufzufangen.